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RandaleFUNK-Ticker
Der Krach sortiert sich später. Erstmal kommt er rein: Songs, Videos, Releases, Konzerte, Festivals und kurze Hinweise aus dem Maschinenraum.
Punk Chartbusters Vol. 7: Wer hat das denn wieder erlaubt?
Das vollständige Line-up der Punk Chartbusters Vol. 7 ist draußen.
46 Bands. 46 Coverversionen. Und ungefähr 46 Gründe, warum man kurz überlegen muss, ob bei Wolverine Records eigentlich noch alle Sicherungen im Kasten sitzen.
Zum Glück offenbar nicht.
Genau für diesen Irrsinn ist die Reihe ja da.
Da nehmen sich Die Shitlers mal eben Shakiras "Waka Waka" vor. Ich erwarte selbstverständlich eine absolut werkgetreue Umsetzung, choreografisch einwandfrei, mit Hüftschwung, Weltschmerz und maximaler kultureller Verantwortung.
Oder eben das komplette Gegenteil.
Auch meine Kumpels von Champagner Punx sind dabei. Wenn ich richtig liege, ist deren Nummer zwar schon draußen, aber geschenkt. Die dürfen trotzdem mit an den Tisch. Irgendjemand muss ja den teuren Perlwein verschütten.
Psychotic Youth stehen ebenfalls auf der Liste. Muss man nicht groß erklären. Die sind einfach geil.
Ernte 77 erwähne ich hier natürlich nur, weil die gerade langsam richtig durch die Decke gehen und mir diese Erwähnung garantiert Klickzahlen bringt. Journalistische Integrität war gestern.
Überflüssig sind auch dabei.
Der Witz schreibt sich an dieser Stelle von selbst.
Und Mad Dog Dan taucht ebenfalls auf. Da habe ich so ein Gefühl, dass wir mit oder über den Kollegen bald ohnehin noch etwas machen werden.
Aber auch abseits der Bandnamen ist diese Trackliste eine kleine offene Psychiatrie mit Gitarrenanschluss.
"Down Under" von Men at Work ist dabei. Schon im Original ein Song, der eigentlich viel zu gut gelaunt durch die Welt läuft.
Dann "Mmmmädel" von Mike Krüger, "Suspicious Minds", "Forever Young", "Africa", "The Time Warp", "Walking on Sunshine" und noch ein ganzer Haufen anderer Pop- und Rock-Leichen, die hier noch einmal ausgebuddelt, mit Sicherheitsnadeln zusammengetackert und durch den Punkwolf gedreht werden.
Depeche Mode müssen gleich zweimal dran glauben.
The Olgas kümmern sich um "Photographic".
Codename Colin nehmen sich "Just Can't Get Enough" vor.
Synthiepop? Mal sehen, was davon übrig bleibt.
The Daisies greifen sich Whitney Houston.
Kranke Idee.
Mag ich.
Und Slime sind auch dabei. Die schnappen sich "Won't Back Down" von Tom Petty. "Russians" von Sting landet bei The Swipes. Gut, dass wir drüber gesprochen haben, bevor wieder irgendein Besserwisser mit hochgezogener Augenbraue in die Kommentare stolpert.
Alles zusammen ist so dermaßen bekloppt, dass man sich diesen Sampler eigentlich schon aus reiner Neugier reinziehen muss.
Gibt es wieder als Doppel-CD und auch als limitierte Triple-LP in verschiedenen Farbvarianten.
Schaut einfach im Wolverine-Shop vorbei.
Und bevor jetzt wieder jemand mit der Stirn auf die Kommentartastatur fällt:
Nein, ihr Spacken.
Das hier ist keine bezahlte Werbung.
Ich freue mich einfach nur jedes Mal, wenn Popmusik einmal komplett durch den Punkwolf gedreht wird.
Und jetzt eine Dose ...
Zum Wolverine-ShopEric Melvin wird 60. Der Mann, der NOFX noch schiefer gemacht hat.
Wenn über NOFX gesprochen wird, fallen meistens zuerst Fat Mike oder El Hefe. Klar. Laut, bunt, dauernd im Vordergrund.
Aber Eric Melvin war immer der Typ, der im Maschinenraum noch eine Schraube gelöst hat, damit der ganze Laden ein bisschen gefährlicher klingt.
Heute wird der Gitarrist und Mitgründer 60. Geboren am 09.07.1966, seit der Gründung 1983 dabei und zusammen mit Fat Mike einer der beiden Musiker, die NOFX bis zum letzten Konzert durchgezogen haben. Vier Jahrzehnte. Keine Reunion-Show, kein "wir müssen uns erstmal finden", kein Wellness-Sabbatical mit Akustik-EP.
Musikalisch war Melvin oft genau dieser kleine Defekt im System: Gitarrenläufe, Harmonien, schrille Ideen und dieses Chaos, bei dem man nie sicher war, ob es Absicht war oder gerade jemand die Band mit einem Schraubenschlüssel gestimmt hat.
Wahrscheinlich war es Absicht.
Oder auch nicht.
Bei NOFX ist das irgendwann egal.
60 Jahre Eric Melvin. Danke für Ohrwürmer, schiefe Gitarren, blaue Dreadlocks und dafür, dass eine der wichtigsten Punkbands der letzten vier Jahrzehnte nie ganz geradeaus gefahren ist.
Und jetzt entschuldigt mich. Ich höre "The Decline". Schon wieder.
Prost.
Proberaum Madness: Das skandalöse Finale
Es ist vorbei.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich festhalten, dass der RandaleFUNK zu keinem Zeitpunkt wusste, dass hier offenbar sämtliche Beteiligten komplett einen an der Klatsche haben.
Wir gingen von einem ganz normalen Punkrock-Beef aus. Stattdessen wurden wir über Wochen hinweg schamlos instrumentalisiert. Als letztes verbliebenes seriöses journalistisches Medium der Szene.
Unfassbar.
Dan Ganove und Schockromantik haben ihre Aussöhnung veröffentlicht. Friede. Herzen. Gemeinsames Foto. Alle haben sich wieder lieb. Na wunderbar.
Und was ist mit uns?
Wir mussten Statements lesen. Gegenstatements lesen. Fanzines beobachten. Wrestling kommentieren. Wrestling!
Dabei wollten wir dieses Jahr eigentlich nur ein paar Platten hören. Stattdessen standen plötzlich Bands, Fanzines, Crowdfunding, Screenshots, Anwälte, Ringrichter und vermutlich noch drei Klappstühle gleichzeitig im Ring.
Der RandaleFUNK prüft derzeit rechtliche Schritte. Unser Anwalt untersucht aktuell, ob sich seelische Schäden durch vorsätzliche Instrumentalisierung eines Punk-Fanzines mit einer Kiste Bier angemessen entschädigen lassen.
Spaß beiseite: Die ganze Aktion hatte einen ernsten Kern.
Sie zeigt ziemlich deutlich, wie schnell Lager entstehen. Wie schnell Menschen Partei ergreifen. Wie schnell Medien und Fanzines Stellung beziehen. Und wie schnell man glaubt, die komplette Geschichte zu kennen, obwohl man eigentlich nur ein paar öffentliche Statements gesehen hat.
Genau deshalb fanden wir die Idee ziemlich gelungen. Nicht, weil irgendjemand bloßgestellt werden sollte, sondern weil sie einen kleinen Spiegel vorgehalten hat.
Und mal ehrlich: Ein bisschen Spaß hat der ganze Quatsch schon gemacht.
Unser Dank geht an Dan Ganove, Schockromantik, BlattTurbo und das Tough Magazine, dass sie den Wahnsinn gemeinsam durchgezogen haben.
Und jetzt kümmern wir uns endlich wieder um das, worum es eigentlich die ganze Zeit gehen sollte: Musik.
Am Freitag, 10.07.2026, veröffentlichen Dan Ganove und Schockromantik ihren gemeinsamen Song "Ultra Tolerant (Kein Punk)". Nach all dem Theater dürfte das vermutlich die friedlichste Veröffentlichung des Jahres werden.
Damit endet PROBERAUM MADNESS genauso, wie es sich für eine ordentliche Wrestling-Story gehört: Der Ring wird abgebaut, der Ringrichter hat sich wieder beruhigt und die Klappstühle kommen zurück ins Lager.
Der RandaleFUNK kehrt endlich wieder zu seinem gewohnt seriösen Journalismus zurück. Zumindest so lange, bis die nächsten Pappnasen auf die Idee kommen, ihre Streitigkeiten öffentlich auszutragen.
Prost.
Dan Ganove Schockromantik BlattTurbo Tough MagazineRandaleNEWS #01: Drei Neuerscheinungen aus der Gosse
Der Abwasserkanal von YouTube ist wieder offen: Plastic Mars, Ronny Platte und No Brakes liegen auf dem Tisch, Dan Ganove und Schockromantik fliegen einmal durch den Proberaum, und irgendwo hinten blinkt schon Erfurt.
Kein großer Artikel, keine künstliche Wichtigkeit. Nur ein kurzer Hinweis: Wer wissen will, was die Ratten diese Woche aus der Gosse gezogen haben, findet die neue Folge jetzt direkt bei YouTube.
Aus der erwähnten Bande waren übrigens schon Plastic Mars, Dan Ganove, Dorfterror und Graupause im RandaleFUNK-Interviewkeller.
RandaleNEWS #01 ansehenDerozer feiern 30 Jahre "Bar". Und Burg hört Vinyl auf die dümmstmögliche Art.
Seit 2022 steht "Bar" von Derozer bei mir im Hintergrund der RandaleFUNK-Videos. Nicht als Deko, sondern weil das Ding für mich zu den Platten gehört, die viel zu selten genannt werden, wenn über europäischen Punk gesprochen wird.
Jetzt feiern die Italiener 30 Jahre "Bar" mit ihrer "30 Anni di Bar"-Tour. Statt Best-of-CD, Abschiedstour oder großem Pathos machen sie offenbar einfach das, was Derozer seit drei Jahrzehnten am besten können: Konzerte spielen.
Ich wollte deshalb schnell ein würdiges Foto mit dem Album machen. Jetzt sitze ich draußen vorm Steingrill, trage kabelgebundene Kopfhörer, halte eine Schallplatte im Arm und schaue zufrieden in die Kamera.
Die Stereoanlage steht übrigens ungefähr zehn Meter entfernt im Haus. Ich höre also gerade ... gar nichts. Außer meinen eigenen geistigen Verfall.
Das Bild bleibt trotzdem so. Es passt erstaunlich gut zu einer Band, die seit 30 Jahren lieber Musik macht, als große Reden zu schwingen.
Falls Derozer in eurer Nähe Halt machen: geht hin. Und falls ihr "Bar" noch nie gehört habt, holt das nach. Nicht draußen mit kabelgebundenen Kopfhörern. Den Fehler habe ich bereits für euch übernommen.
Prost.
Zu DerozerPlastic Mars: "Kein Zurück" hat jetzt bewegte Bilder
Plastic Mars haben "Kein Zurück" heute samt Video rausgeschoben. Vorab lag das Ding schon bei uns auf dem Tisch und rannte dort melodisch durch den Flur, als hätte jemand Skate-Punk mit Elternabend verwechselt.
Großer Refrain, Rückendeckung statt Fernbedienung und erstaunlich wenig Kitsch im Gesicht. Frechheit, funktioniert immer noch.
Video ansehen Vorab gehört lesenMind The Gap Fest 2026: Fanzine macht Krach, statt nur drüber zu schreiben
Es gibt Fanzines, die schreiben über Punk. Und es gibt Fanzines, die veranstalten einfach ein Konzert.
Mind The Gap gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Am 12.09.2026 geht es im Bambi Galore in Hamburg wieder rund, und das Line-up ist kein kleiner Zettel am Schwarzen Brett, sondern eine ziemlich stabile Ansage.
Stage Bottles, Berlin 2.0, Novotny TV und Astra Zombies. Da treffen mehrere Jahrzehnte Punkrock-Geschichte auf Leute, die offensichtlich immer noch nicht gelernt haben, einfach mal vernünftig zu Hause zu bleiben.
Mit den Köpfen hinter Mind The Gap durfte ich schon mehrfach sprechen. Die sind ohnehin etwas seltsam: Während wir unseren Quatsch ins Internet kippen, machen die ihr Fanzine tatsächlich noch auf Papier. Gedruckt. Mit echten Seiten zum Umblättern. Fast so, als hätten sie den WLAN-Ausbau einfach ignoriert.
Ich mag so einen Irrsinn.
Stage Bottles bringen Frankfurter Oi!, Punk und Ska-Punk mit klarer antifaschistischer Kante ins Bambi Galore. Berlin 2.0 stehen für kantigen Punk mit Stadtflimmern, Novotny TV für alte Szene-Kilometer statt Spotify-Geburtsurkunde, und die Astro Zombies schieben Psychobilly aus Dijon in den Abend.
Keine VIP-Lounge. Kein "Presented by Energy-Drink XY". Keine Influencer mit Backstage-Bändchen. Einfach Leute, die Bock auf Punk haben und den Wahnsinn selbst organisieren.
Falls ihr im September in oder um Hamburg seid: schaut vorbei. Solche Abende entstehen nicht von allein.
Prost.
Tickets holen Zu Mind The GapShane MacGowan bekommt die nächste Runde. Dropkick Murphys machen auf.
Es gibt Menschen, die sterben irgendwann. Und dann gibt es Shane MacGowan.
Die zweite Sorte bekommt Jahre später Tribute-Alben, auf denen sich plötzlich die halbe Musikwelt versammelt.
Die Dropkick Murphys haben ihre Version von "The Body of an American" veröffentlicht. Nicht einfach so, sondern als Vorbote des Tribute-Albums "20th Century Paddy - The Songs of Shane MacGowan", das am 13.11.2026 erscheinen soll.
Wer jetzt denkt: "Ach, wieder irgendeine Coverplatte", sollte einmal auf die Gästeliste schauen: Bruce Springsteen, Tom Waits, U2, The Libertines, The Jesus and Mary Chain, Primal Scream, Bob Geldof, Johnny Depp, Hozier - und mittendrin die Dropkick Murphys.
Das ist ungefähr so, als würde sich der komplette Tresen einer versifften Hafenkneipe darauf einigen, dass einer der größten Songschreiber des Ladens noch eine letzte Runde verdient.
Dass ausgerechnet "The Body of an American" bei den Murphys landet, überrascht ungefähr so sehr wie warmes Bier auf einem Festival. Der Song gehört seit Jahren zu ihrem Live-Besteck und passt zu ihnen wie Schweiß auf ein Pogues-Konzert.
Nebenbei hat die Sache sogar noch einen vernünftigen Hintergrund: Die Erlöse des Projekts gehen an die Dublin Simon Community, die obdachlose Menschen in Dublin unterstützt.
Solche Veröffentlichungen erinnern daran, dass Punk manchmal eben doch mehr sein kann als drei Akkorde, kaputte Stimmen und schlechte Laune.
Manchmal reicht ein guter Song eben weiter als jede perfekt polierte Karriere.
Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss mal wieder viel zu laut The Pogues hören.
Prost.
Mehr zum AlbumEXAT haben dem "Durst nach Freiheit" jetzt ein Gesicht gegeben
Vor ein paar Tagen hatten wir "Durst nach Freiheit (Unplugged)" bereits bei Vorab gehört auf dem Tisch. Jetzt ist auch das Video draußen.
Mein erster Gedanke hat sich seitdem nicht geändert: Eric Fish für Assis.
Und bevor sich jetzt jemand künstlich aufregt: Das meine ich als Kompliment.
Die Unplugged-Version zieht dem ursprünglichen Song von 2021 zwar den Stecker, aber nicht den Durst aus dem Hals. Das Video liefert jetzt die passenden Bilder dazu und wirkt angenehm weit weg von geschniegelt, geschniegelt und geschniegelt.
Eher feuchte Jacke, leeres Glas und der Gedanke: "Irgendwo müsste ich längst angekommen sein."
Genau das erzählt auch der Song. Nicht vom großen Helden. Sondern von einem Menschen, der seinen Kurs schon mehr als einmal geändert hat, ohne die Segel wirklich zu setzen.
Wer unseren ausführlichen Eindruck lesen möchte, findet den kompletten Artikel natürlich bei Vorab gehört.
Ich mache jetzt das Video noch einmal an. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich gerade Bock drauf habe.
Prost.
Video ansehen Vorab gehört lesen30 Jahre H2O: Als Hardcore plötzlich zurücksang
Heute vor 30 Jahren erschien das selbstbetitelte Debüt von H2O.
10 Songs. Knapp 30 Minuten. Aufgenommen und gemischt in gerade einmal drei Tagen. Mehr New-York-Hardcore bekommt man vermutlich nur auf eine Platte, wenn man sie vorher anschreit.
Toby Morse kam damals aus dem Umfeld von Sick Of It All. H2O übernahmen die Energie der New Yorker Hardcore-Szene, bauten aber Refrains ein, bei denen plötzlich nicht mehr nur gebrüllt, sondern gemeinsam gesungen wurde.
Für manche Hardcore-Puristen vermutlich ein mittelschwerer Verwaltungsunfall.
Mit Songs wie "5 Yr. Plan", "Spirit of '84", "I Know Why" und natürlich "Family Tree" klang das Debüt nie wie der Versuch, die härteste Platte der Welt aufzunehmen.
Eher wie eine Band, die verstanden hatte: Härte ist gut. Aber wenn der ganze Laden den Refrain mitsingt, wird's erst richtig gefährlich.
Kurz darauf ging es weiter zu Epitaph Records, auf Tour mit allem, was zwischen Punkrock, Hardcore und Skatepark regelmäßig die Knie kaputt bekam. Aber der Startschuss war genau diese Platte.
30 Jahre später funktioniert das Album immer noch erstaunlich gut. Zumindest für einen alten Knochenbrecher-Skater wie mich.
Nicht, weil es perfekt ist. Sondern weil es rennt. Schwitzt. Grinst. Rollt. Und dich spätestens beim Refrain einfach mitnimmt.
Mitsingen ist keine Charakterschwäche. Manchmal ist es einfach Hardcore mit offenen Armen.
Und wie in meinem aktuellen Fall, während ich das hier schreibe...
...mit offener Hose.
Zum Glück sieht mich niemand.
Prost.
Zum AlbumPunk-Rock-Meuterei 2026: klein genug für Herzblut. Groß genug für Krach.
Am 14.11.2026 sticht die Punk-Rock-Meuterei in Neustadt wieder in See. 10 Jahre gibt es das Ding inzwischen. Und während überall von steigenden Kosten, fehlender Planungssicherheit und Veranstalter-Burnout geredet wird, zieht Tim den Karren einfach weiter durch den Dreck.
Mit an Bord: ERECTION, mutig genug, den Weißwurst-Äquator zu überqueren und aus den tiefsten Tiefen Bayerns anzureisen. KOMMANDO MARLIES, die ich nicht kenne, deren Name doof ist und die laut verschiedenen Ecken trotzdem ziemlich gut sein sollen. Unverschämtheit.
FRO-TEE SLIPS liefern melodischen, leicht verrauchten Ü40-Punkrock, also ungefähr die musikalische Version von: "Ach komm, einen trinken wir noch." TORPEDO MAYER steuern Erdbeer-Daiquiri-Punk bei. Fragt nicht. Am 26.06. erscheint außerdem die neue Single "Wenn nix mehr geht (Erdbeer-Daiquiri)" inklusive Video.
Und SCOBBEN? Natürlich dabei. Wie jedes Jahr. Muss ja. Woll, Tim?
Ich selbst war bislang noch nie auf der Punk-Rock-Meuterei. Das wird sich vermutlich irgendwann ändern. Was ich allerdings weiß: Tim hat seit Jahren ein Händchen für starke Line-ups und vor allem für diese Sorte Veranstaltung, die weder riesig noch winzig ist.
Kein Mega-Festival. Kein Stadion. Kein Influencer-VIP-Bändchen. Kein "Erlebnisareal presented by irgendein Energydrink". Einfach ehrliches DIY.
Und genau solche Veranstaltungen brauchen Unterstützung. Planungssicherheit ist inzwischen ungefähr so selten wie ein nüchterner Punk um drei Uhr morgens, der sagt: "Ich geh jetzt wirklich nach Hause."
Deshalb: Wenn es Vorverkauf gibt, nutzt ihn. Wenn ihr Zeit habt, fahrt hin. Wenn ihr Veranstalter kennt, gebt ihnen ein Bier aus. Denn Konzerte und Festivals wachsen nicht auf Bäumen. Irgendjemand muss den Wahnsinn organisieren, Flyer schieben, Bands anschreiben, Technik klären, Geld vorstrecken und am Ende trotzdem noch lächeln, wenn jemand fragt, warum das Bier nicht 1,50 Euro kostet.
Prost.
Tickets enternProberaum Madness II: Jetzt mischen sich auch die Fanzines ein!
Meine Damen und Herren, willkommen zurück zu PROBERAUM MADNESS. Bitte bleiben Sie auf den billigen Plätzen sitzen. Der Ringrichter hat die Kontrolle verloren. Wir übrigens auch. Scheiße.
Was als Schlagabtausch zwischen Dan Ganove und Schockromantik begann, entwickelt sich gerade zur größten Punkrock-Stall-Fehde seit der Erfindung des Instrumente-auf-der-Bühne-Zertrümmerns.
Neue Musik? Nö. Neue Beweise? Vielleicht. Angeblich. Irgendwo. Neue Mitstreiter? FCK JA.
...und jetzt wird es langsam wild.
Während sich Dan Ganove und Schockromantik weiter mit Statements, Gegenstatements, Andeutungen und vermutlich längst legendären Screenshots bearbeiten, haben nun auch zwei ganz offensichtlich unseriöse Fanzines beschlossen, über die Absperrung zu springen.
Nicht als neutrale Beobachter. Nicht mit Klemmbrett. Nicht mit journalistischer Distanz, wie der RandaleFUNK sie selbstverständlich seit jeher pflegt. Sondern mit Anlauf, einem Klappstuhl unter dem Arm und beiden Knien voraus.
BlattTurbo betritt die Arena.
Schlechte Musik setzt ein. Irgendwo fängt eine Kirchenorgel an zu pogen. Grelles Kirchenlicht. Pyro in Form von beiläufig angezündetem Weihrauch. Irgendwo kippt ein Bier um. Oder auch zwei.
BlattTurbo marschiert geschlossen zum Ring und stellt sich demonstrativ in die Ecke von Schockromantik. Nach eigenen Angaben liegen dort entsprechende Unterlagen vor. Es ist von Forderungen, finanziellem Druck, Existenzängsten und einem angekündigten Crowdfunding die Rede.
BlattTurbo legt feierlich den Talar ab. Schockromantik bekommt Rückendeckung. Das Publikum johlt.
Der Ringrichter wirkt inzwischen völlig überfordert, als ihm langsam dämmert, dass er versehentlich gerade ein Tag-Team-Match genehmigt hat.
Tough Magazine kontert.
Kaum hat sich der Rauch etwas verzogen, geht erneut die Einlaufmusik an. Mindestens genauso schlecht wie die eben. Diesmal kommt das Tough Magazine zum Ring.
Nach eigenen Angaben reichen dort exakt: sieben Minuten Recherche, zwei geöffnete Browser-Tabs und mehrere Kommentarspalten, um mit absoluter Sicherheit alles zu wissen.
Nicht einiges. Nicht genug. Alles.
Die Redaktion erklärt ihre Unterstützung für Dan Ganove und kündigt gleichzeitig an, künftige neue Informationen selbstverständlich konsequent zu ignorieren, falls diese der bereits fertigen Meinung im Weg stehen.
Das ist entweder die ehrlichste Redaktion in der Szene. Oder eine verdammt gute Wrestling-Promo. Ich bin mir selbst nicht mehr sicher.
Die Teams stehen.
Grüne Ecke. Riecht verdächtig nach Festivalwiese: Dan Ganove und Tough Magazine.
Blaue Ecke. Riecht verdächtig nach Thekenbereich: Schockromantik und BlattTurbo.
Damit besteht das Main Event inzwischen längst nicht mehr aus zwei Musikprojekten. Nein. Wir beobachten gerade, wie sich ein komplettes Punkrock-Tag-Team-Match zusammenbaut.
Es fehlen eigentlich nur noch Klappstühle, Nebelmaschinen, ein schlecht sitzender Manageranzug und ein Kommentator, der völlig die Fassung verliert.
Moment. Den gibt es ja bereits.
Und damit lastet die journalistische Verantwortung inzwischen ausschließlich auf den Schultern des RandaleFUNK. Ein Zustand, der allen Beteiligten Sorgen bereiten sollte.
Denn während inzwischen offenbar jedes andere Fanzine seine Ecke im Ring gefunden hat, bleibt nur noch ein einziges seriöses journalistisches Medium, das dieses Spektakel objektiv begleitet.
Wir.
Und das sollte wirklich niemanden beruhigen.
Was genau eigentlich passiert ist?
Weiterhin erstaunlich unklar.
Der eigentliche Auslöser versteckt sich offenbar irgendwo zwischen einem Proberaum, ominösen Screenshots, Nachrichten, verletzten Gefühlen, einer Veranstaltung am 14.11. und inzwischen mehreren Menschen, die mit bemerkenswerter Überzeugung auf jeweils eine Seite zeigen.
Mit jeder neuen Stellungnahme werden die Fronten größer. Der Nebel wird dichter. Die Show wird lauter. Und irgendwo wird vermutlich bereits die nächste Einlaufmusik getestet.
RandaleFUNK sitzt weiter am Ringrand, verwechselt das Mikro mit einer Bierflasche und kommentiert trotzdem einfach weiter.
Fortsetzung? Hoffentlich nicht. ... Wahrscheinlich doch.
PROBERAUM MADNESS geht weiter. Wenn es sein muss.
Prost.
Dan Ganove Schockromantik Tough Magazine BlattTurboDan Ganove vs. Schockromantik: Proberaum-Beef mit Ansage, Konter und Urlaubsgruss
Meine Damen und Herren, willkommen am Ringrand des vermutlich wichtigsten Proberaum-Main-Events der Woche.
In der roten Ecke: Dan Ganove. Öffentliche Erklärung, ernste Miene, Screenshots in der Tasche und der Hinweis, dass das hier eigentlich gar nicht sein Stil sei. Natürlich direkt öffentlich. So beginnt man keinen Beef. So betritt man mit Pyro die Halle.
In der anderen Ecke: Schockromantik. Erstmal irritiert, dann Konter. Man sei doch befreundet gewesen, habe zusammen im Proberaum gehangen, und wenn es ein Problem gebe, könne man ja reden. Klassischer Clinch am Seil. Der Ringrichter schaut nervös auf die Uhr.
Dan kommt zurück. Nicht antworten wollen, aber dann natürlich doch antworten. November steht im Raum, der 14.11. flackert irgendwo über der Bühne, Freundschaft angeblich schwer beschädigt, Veranstaltung auf der Kippe. Das Publikum johlt. Erste Bierduschen werden vorbereitet.
Und dann: Schockromantik aus dem Urlaub. Da will einer einmal kurz weg, die Sonne sehen, vielleicht ein Getränk mit Schirmchen anfassen, und plötzlich muss er aus der Ferne in den Ring springen.
Der Konter sitzt: Wer öffentlich anfängt, soll sich nicht wundern, wenn öffentlich zurückgegrätscht wird. Dazu noch der dezente Hinweis, dass Dan im Schockromantik-Umfeld wohl auch nicht nur Duftkerzen angezündet hat.
BAM. Er liegt am Boden. Der Pin! Eins. Zwei. Neeein! Dan hat noch einen Screenshot in der Schulter!
Was genau passiert ist? Herrlich unklar. Irgendwas mit Proberaum, Nachrichten, verletzter Freundschaft, öffentlicher Klärung, nicht öffentlicher Klärung und einem Termin im November, der plötzlich klingt wie WrestleMania im Jugendzentrum.
Wir bleiben dran. Fortsetzung folgt.
Zu Dan Ganove Zu SchockromantikPennywise kommen ins Wohnzimmer. Und ich entschuldige mich dafür. Oder auch nicht.
Bevor die Beschwerden wieder eingehen: Ja, ich höre nicht nur Deutschpunk. Ja, ich bin mit amerikanischem Punkrock groß geworden. Ja, Pennywise gehören dazu. Deal with it, ihr Pisser.
Am Sonntag, 21.06.2026, spielen die Kalifornier beim Hellfest in Frankreich. Laut offizieller Hellfest-Seite steht Pennywise von 16:50 bis 17:40 Uhr auf der Mainstage 1. Das Festival verweist außerdem auf ARTE Concert als Partner - also bitte livestreamtechnisch die Augen offen halten.
Wer gerade nicht bei 37 Grad auf einem staubigen Acker verbrennen kann, bekommt die Band trotzdem Richtung Wohnzimmer geliefert. Und ganz ehrlich: Das wird ein verdammt guter Sonntag. Im Keller. Im Dunkeln. Kleiner Monitor. Kühles Getränk daneben.
Mit dabei sind am Hellfest-Sonntag außerdem unter anderem Rise Against, Agnostic Front, Buzzcocks, The Adicts, The Offspring, The Ataris, The Bones und The Dwarves. Das liefert mal eben mehr Punkrock ins Wohnzimmer als manche Musiksender in den letzten zehn Jahren.
Falls ihr mich Sonntag sucht: Ich sitze im Keller und tue so, als wäre Frankreich direkt hinter Hemer.
Zum HellfestSerum 114 machen zwei Kreuze. Und kommen zurück.
Normale Bands bringen zum Jubiläum ein Best-Of-Album raus. Serum 114 feiern lieber dort, wo sie hingehören: zwischen Bier, Schweiß und Moshpit.
2027 wird die Frankfurter Punkrock-Kapelle 20 Jahre alt. Statt warmer Worte gibt es deshalb die "Wir machen zwei Kreuze"-Tour mit fünf exklusiven Terminen:
- 15.04.2027 - Bochum, Matrix
- 16.04.2027 - Leipzig, Hellraiser
- 17.04.2027 - Hamburg, Grünspan
- 22.04.2027 - München, Backstage
- 23.04.2027 - Frankfurt, Batschkapp
Das Schöne daran: Serum 114 haben nie die große Trennungsshow abgezogen. Kein "Das war's für immer". Kein tränenreiches Finale. Stattdessen wurde es irgendwann ruhiger. Corona, Alltag, andere Projekte und nach fast zwei Jahrzehnten Dauerbetrieb wohl auch einfach der Wunsch nach etwas Abstand.
Ganz ehrlich: Diese Ehrlichkeit gefällt mir.
Es gibt schließlich genügend Bands, die sich nach dem ersten Konzert gründen, nach dem dritten auflösen und 30 Jahre später ihre große Reunion zum 30-jährigen Bandjubiläum feiern. Serum 114 haben sich den Umweg gespart.
Statt warmer Worte gibt's Moshpits. Klingt nach der besseren Geburtstagsparty.
Tickets ansehenPunk Chartbusters Vol. 7 kommt. Was zur Hölle ist hier los?
Es gibt diese Sampler, von denen man irgendwann einfach ausgeht, dass sie Geschichte sind. Und dann steht plötzlich Wolverine Records um die Ecke und kündigt nach 15 Jahren Pause einfach eine neue Ausgabe der Punk Chartbusters an.
Vol. 7 soll noch diesen Sommer erscheinen. Als Doppel-CD und sogar als Triple-LP. Wer mit den alten Ausgaben aufgewachsen ist, dürfte gerade ähnliche Geräusche machen wie ich.
Die ersten Punk Chartbusters erschienen Mitte der Neunziger. Damals wurden Pop- und Rockhits durch den Punk-Fleischwolf gedreht. Nicht jede Idee war gut. Genau deshalb war es oft großartig.
Erste Bands wurden laut Wolverine-Posts bereits genannt: Drunken Swallows mit "Back For Good" von Take That, The Daisies mit "I Wanna Dance With Somebody" von Whitney Houston, Taylor More Swiftly mit "You Belong With Me" von Taylor Swift, The Dead Dates mit einem Schlagerpunk-Beitrag und Codename Colin aus der Ska-Punk-Ecke.
Drunken Swallows sollen sogar Track Nummer 1 liefern. Laut Wolverine war "Back For Good" einer der wenigen bereits veröffentlichten Songs auf der Compilation - und als Opener offenbar gleich der freundliche Hinweis, dass hier niemand wegen gutem Geschmack gekommen ist.
46 Bands. 46 Coverversionen. Zwei Tonträger voller schlechter Ideen, die hoffentlich wieder hervorragend funktionieren. Ich bin jedenfalls neugierig - und ein kleines bisschen froh, dass irgendjemand im Jahr 2026 immer noch auf die Idee kommt, Popmusik mit Punkrock zu bewerfen.
Zu Wolverine20 Jahre ohne Zimbl. Und ich denke immer noch an diesen verdammten Satz.
Heute vor 20 Jahren starb Markus "Zimbl" Zimmer, Sänger der Bates. Die Bates waren die zweite Band, die ich jemals live gesehen habe - irgendwann Mitte der Neunziger im Point One in Hemer. Ich war damals nicht Konzertbesucher, sondern eher der Depp für alles: Getränke schleppen, Zeug durch die Gegend tragen, helfen, wo Hilfe gebraucht wurde.
An dem Abend musste ich immer wieder in den Backstagebereich. An vieles erinnere ich mich nicht mehr. An die Graswolke allerdings schon. Und an einen Satz. Als ich fragte, ob noch jemand etwas braucht, kam zurück: "Weltfrieden. Am Stück, nicht geschnitten."
Mit 16 war ich komplett überfordert. Heute finde ich den Spruch ziemlich großartig. Wenn man den Geschichten glauben darf, war Zimbl kein einfacher Mensch. Vielleicht sogar ein kaputter Mensch. Darüber will ich nicht urteilen. Für mich bleiben die Bates trotzdem wichtig.
Vor allem wegen "Fuck The World": keine große Philosophie, keine politische Abhandlung, einfach ein Vorschlaghammer von einem Refrain für Tage, an denen man mit der Welt, den Leuten und dem ganzen Rest fertig ist. Solche Tage gibt es heute noch.
Ruhe in Frieden, Zimbl. Und ja: Die gottverdammten Champagner Punx haben zusammen mit Nüchtern Unerträglich und Überflüssig einen Song für Zimbl gemacht. Hoffen wir, dass RandaleFUNK jetzt nicht zur persönlichen Werbeplattform für diese Champagner-Deppen wird.
Zimbl-Song ansehenZDF vs. Dorfterror: Das hat eingeschlagen
Ok. Das hat eingeschlagen. Mein erster Gedanke war tatsächlich: "Was zum Fick?"
Dann habe ich die Nummer sacken lassen, mir den Ausschnitt noch einmal angesehen und festgestellt: Wahrscheinlich bin ich ganz froh, dass Dorfterror nicht live im Studio saßen. Ich hätte nämlich nicht einschätzen können, ob die Band einen auf Medienprofi macht oder beschließt, die komplette Sendung zu entgleisen.
Großartig, wenn ein völlig überholtes Medium wie das ZDF plötzlich völlig unverhoffte Leute in seine Sendung einbaut. Jetzt beginnt vermutlich der Ausverkauf von Dorfterror: Autogrammstunden, eigene Duftkerze, Frühstücksfernsehen und Werbevertrag mit der Sparkasse.
Ich freue mich jedenfalls darauf, die Kapelle weiter heimlich zu begleiten. DT-Stalker Burg bleibt auf Sendung.
Zur Band Zu FacebookJello Biafra wird älter. Die Klappe leider nicht.
Jello Biafra feiert heute seinen 68. Geburtstag. Ex-Frontmann der Dead Kennedys, Kandidat für das Bürgermeisteramt von San Francisco, Mitgründer von Alternative Tentacles und seit Jahrzehnten eine zuverlässige Quelle für schlechte Laune bei Menschen mit zu viel Macht und zu wenig Humor.
Viele werden älter und ruhiger. Jello wurde älter. Der Rest ist bis heute Verhandlungssache.
Alles Gute zum Geburtstag und danke für unzählige Songs, die bewiesen haben, dass Punk deutlich mehr sein kann als drei Akkorde und warme Dosenbierromantik.
Zu JelloMe First and the Gimme Gimmes: "Are A Drag" bekommt eine Neuauflage
Es gibt Alben, die sind gut. Es gibt Alben, die sind wichtig. Und dann gibt es Alben, bei denen man sich fast 30 Jahre später immer noch fragt, welcher völlig verwirrte Mensch im Proberaum als Erster laut "Ja!" geschrien hat.
"Are A Drag" von Me First and the Gimme Gimmes gehört definitiv in diese Kategorie: Eine Punk-Supergroup nimmt Songs aus Musicals auf. Nicht aus Punk-Musicals. Nicht aus Rock-Opern. Aus richtigen Musicals. Mit Theater. Mit Vorhängen. Mit Menschen, die freiwillig ins Theater gehen.
Eigentlich hätte das grandios scheitern müssen. Tat es aber nicht. Die Gimmes nahmen die Songs ernst, warfen sie durch den Fat-Wreck-Mixer und bauten daraus etwas Eigenes, das bis heute erstaunlich gut gealtert ist.
Während ich diese Zeilen schreibe, halte ich die Erstpressung in die Kamera und stelle fest, dass die Veröffentlichung inzwischen fast drei Jahrzehnte zurückliegt. Danke dafür. Jetzt fühle ich mich alt.
Für alle, die damals entweder noch nicht geboren waren oder ihre Jugend deutlich sinnvoller verbracht haben: Fat Wreck hat "Are A Drag" als Preorder neu aufgelegt. Laut Produktseite soll die Platte um den 12.08.2026 verschickt werden - in einer Vinyl-Farbe, die so auffällig bunt ist, dass sie vermutlich selbst in einem Musical noch Aufmerksamkeit erregen würde.
Denn "Are A Drag" beantwortet bis heute eine Frage, die nie jemand gestellt hat: Wie klingt Musical-Theater, wenn Fat-Wreck-Punks zu viel Liquid Death trinken?
Zur NeuauflagePennywise: "About Time" wird 31
Am 13.06.1995 erschien über Epitaph Records "About Time" von den Kalifornien-Punks Pennywise. Mit "Same Old Story", "Perfect People" und "Every Single Day" lag da plötzlich ein Melody-Hardcore-Brett auf dem Tisch, das für viele 90er-Punkrock-Kids direkt neben NOFX, Bad Religion und Lagwagon gehörte.
Das Album schaffte es erstmals für Pennywise in die Billboard-Charts und war zugleich das letzte Pennywise-Album mit Gründungsmitglied Jason Thirsk am Bass.
Als alter Möchtegern-Skater musste das Ding natürlich wieder auf ungesund hoher Lautstärke laufen. FCK - der WUMMS ist immer noch nicht in Rente.
Zur BandThe Casualties kommen zum Back To Future
Das Back To Future hat den letzten Platzhalter auf dem 2026er-Flyer aufgelöst: The Casualties kommen nach Glaubitz. Damit steht für den 16., 17. und 18. Juli 2026 noch mehr Punkrock-Wellness im Kalender.
Noch mit dabei sind Alarmsignal. Wahrscheinlich als möglichst billige Verstärkung für The Casualties.
Die eigentliche Frage bleibt natürlich: Wie kann eine so geile Band auf so ein herrlich schrottiges Festival gehen? Vermutlich genau deshalb.
Becher Wasser in den Nacken, Becher Bier in die Hand, "Ugly Bastards" im Kopf - der Sommer macht schon wieder ungesunde Geräusche.
Zum FestivalTanzig zeigen Cover zu "Alles schon gesagt"
Qualitätspvnkrock seit 2013! TANZIG - die schönste Boyband Thüringens - veröffentlichen das Cover zum neuen Album "Alles schon gesagt". Sieht erfreulich nach Death-Metal-Waldandacht aus.
Endlich nicht wieder dieser typische Punk-Rotz, bei dem jemand Rot, Schwarz und drei kaputte Buchstaben zusammenklebt.
Nach "Fresse!" wirkt das alles fast verdächtig beruhigend. Ob das Album dem Punk kurz eine Pause gibt und zum gemütlichen Death Metal wechselt, wissen wir aktuell noch nicht.
Live steht laut Tanzig-Terminen der 26.09.2026 für "13 Jahre TANZIG" im Kalender - noch in Planung, aber der Krach hat schon mal einen Bleistift gefunden.
Zur BandDödelhaie steuern zwei Festivalrunden an
Die Dödelhaie kündigen auf Facebook zwei Open-Air-Stopps für den Sommer an: am 03. und 04.07. beim "Kein Bock auf Nazis"-Festival in Kusel und am 10. und 11.07. beim Störfaktor Festival in Zwickau.
Zwischen Love A, Wick Bambix, Waumiau und reichlich weiterer Bande dürfte der Festivalstaub nicht lange unbenutzt herumliegen.
Originalpost ansehenAlarmsignal kündigen "Fresse auf!" an
Die Band kündigt auf Facebook an, dass am 24.06. über Aggropunk die neue Single "Fresse auf!" erscheint. Verpackt ist das Ganze gewohnt dezent zwischen Boulevard-Parodie und gepflegtem Mittelfinger.
Gehört haben wir den Song noch nicht - aber der Titel klingt schon mal nicht nach Sitzkreis.
Originalpost ansehenFoo Fighters spielen No Use For A Name in Oslo
Laut 23punk haben die Foo Fighters in Oslo "Invincible" von No Use For A Name gecovert. Der Song steht auf "Making Friends" und hat durch Chris Shiflett, der früher bei No Use For A Name spielte, einen direkten Draht zur Bandgeschichte.
Zwei Lieblingsbaustellen auf einmal - da wackelt in der Burg kurz der Kaffeebecher.
Originalpost ansehenEuren Krach hier reinwerfen
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