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BROKESINGERCRIS & FRIENDS - I Won't Lie Down

BROKESINGERCRIS & FRIENDS - I Won't Lie Down

Videostill zum akustischen Face-To-Face-Cover I Won't Lie Down von BrokeSingerCris und Freunden
Videostill aus dem YouTube-Video als Bildzitat

Ich hasse sowas.

Nicht den Song.

Nicht Chris.

Nicht Face To Face.

Sondern diesen Moment, in dem man gemütlich denkt:

„Ach komm, hörste mal eben rein.“

Und drei Minuten später sitzt man da wie ein emotional angeknackster Vollidiot und weiß nicht, ob man grinsen, fluchen oder kurz sehr konzentriert aus dem Fenster schauen soll.

Verdammte Wixxe.

Chris von BrokeSingerCris hat mir erst am 08.07.2026 völlig freiwillig ein paar Fragen für RandaleFUNK beantwortet.

Jetzt kommt er mit einer Nummer um die Ecke, die ausnahmsweise nicht nach Vollgas klingt.

Ein akustisches Cover von „I Won't Lie Down“ von Face To Face.

Mit dabei:

Chris am Gesang. Im Videotitel hängt sein Name im Umfeld von Triple Bordego.

Andy an der akustischen Gitarre. Ebenfalls Teil dieser kleinen Pulley-, Fine-Dining-, Triple-Bordego- und Double-Negative-Kiste.

Loïc Cormery am Bass. In den Credits ausdrücklich genannt.

Und Mike Harder von Pulley an der akustischen Leadgitarre. Ja. Pulley. Der Mike Harder. Gitarre. Genau der Punkt, an dem alte Skatepunk-Knie kurz knacken.

Pulley.

Face To Face.

Akustisch.

Ja, genau.

Irgendwo in Kalifornien hat gerade ein Skatepunk aus den Neunzigern seine Cargo-Shorts verloren.

Das Original stammt vom selbstbetitelten Face-To-Face-Album von 1996. Also aus einer Zeit, in der Songs noch klangen, als würde jemand gleichzeitig vor sich selbst weglaufen und dabei sehr dringend eine Meinung haben.

Fast dreißig Jahre alt.

Danke für nichts, Kalender.

Das Original schiebt.

Das Original drückt.

Das Original hat diesen blechernen Vorwärtsdrang, der einem sagt:

Hinfallen ist okay, aber liegenbleiben ist Verrat.

Und dann kommen Chris und diese Bande auf die Idee, das Ding runterzufahren.

Nicht halb.

Nicht so ein bisschen „Unplugged-Version für den Algorithmus“.

Sondern richtig.

Akustikgitarre.

Bass.

Stimme.

Luft dazwischen.

Keine verzerrten Gitarren, hinter denen sich irgendwas verstecken kann.

Kein Schlagzeug, das einem die Gedanken aus dem Schädel prügelt.

Keine Wand aus Lärm.

Nur diese Melodie.

Diese Worte.

Und Chris' Stimme.

Dass der Typ singen kann, wusste ich.

Aber bisher hatte ich ihn eher in der Ecke Punkrock, Melodic Hardcore und „mach lauter, sonst merkt noch jemand, dass wir Gefühle haben“ abgespeichert.

Hier trägt seine Stimme den Song komplett anders.

Rau genug, damit es nicht nach Lagerfeuer-Kitsch riecht.

Klar genug, damit man jedes verdammte Wort abbekommt.

Plötzlich haut eine Zeile wie

„Does anybody hear him? He's screaming at the same blank wall.“

nicht mehr einfach nur als Text vorbei.

Die bleibt stehen.

Die guckt dich an.

Und fragt ziemlich unfreundlich, wie oft man selbst eigentlich schon gegen dieselbe leere Wand gebrüllt hat.

Danke auch.

Richtig gemein wird es dann bei:

„I'm not afraid of the price I pay. I won't lie down as you walk away.“

Im Original ist das eine Ansage.

Hier klingt es eher wie ein Schwur, den jemand schon viel zu oft wiederholen musste.

Nicht pathetisch.

Nicht heldenhaft.

Nicht Hollywood.

Eher wie:

Ich bin müde.

Ich bin angekratzt.

Ich habe keinen Bock mehr auf diese Scheiße.

Aber ich bleibe stehen.

Und genau da hat mich das Ding erwischt.

Grinsen.

Gänsehaut.

Kurz gefährlich nah an „Alter, reiß dich zusammen“.

Dann direkt noch einmal gehört.

Und dann noch einmal.

So läuft das also jetzt.

Manchmal braucht ein guter Song keine lauteren Gitarren.

Manchmal braucht er jemanden, der mutig genug ist, ihm den Schutzpanzer abzureißen und zu schauen, ob darunter noch etwas schlägt.

Bei „I Won't Lie Down“ schlägt da noch sehr viel.

Und Chris drückt genau an die Stelle.

Natürlich kann man jetzt rummosern.

Akustik-Cover.

Alte Nummer.

Punkrock wird weich.

Alle werden älter.

Bald sitzen wir in Strickjacken im Backstage und diskutieren über rückenschonende Bühnenmatten.

Bitte sehr.

Ich höre mir währenddessen lieber an, wie aus einem alten Face-To-Face-Brett plötzlich etwas wird, das nicht nach Nostalgie riecht, sondern nach offener Rechnung.

Das Cover tritt nicht gegen das Original an.

Es nimmt denselben Song, dreht ihn um, wischt den Dreck nicht weg und zeigt einem plötzlich eine andere Wunde.

Und jetzt sitze ich hier.

Emotional erwischt von einem akustischen Face-To-Face-Cover.

Danke, Chris.

Wirklich.

Ganz toll gemacht.

Arschloch.

Cover auf YouTube hören Original von Face To Face hören

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