EDELWEISSPIRATEN - Wir sind der Widerstand!
„Raumschiff Edelweiss“, fehlende Reime und politischer Punkrock mit der Feinfühligkeit eines Pflastersteins. Die Edelweisspiraten erklären, warum der Deutschunterricht heute ausfallen muss.
Irgendwas mit Punk seit 2022
Reviews
Freigegebene Besprechungen aus dem RandaleFUNK-Maschinenraum.
„Raumschiff Edelweiss“, fehlende Reime und politischer Punkrock mit der Feinfühligkeit eines Pflastersteins. Die Edelweisspiraten erklären, warum der Deutschunterricht heute ausfallen muss.
Eine weitere Popperklopper-Lobeshymne wäre langsam peinlich. "Nicht allein" lässt Burg trotzdem wenig Raum für ehrliches Gemecker.
Chuck Robertson macht nicht einfach Mad Caddies nebenbei. "In My Head" klingt erwachsener, breiter und eher nach Rocksong, wenn Burg eigentlich Ska-Punk erwartet hatte.
Skatepunk, Freundschaft und diese gemeine Erinnerung daran, dass der Kopf manchmal noch zwanzig ist. No Guidance schauen auf die zweite Hälfte und Burg sucht kurz seine alten Knie.
AFA-Oi!-Punk aus Köln/Bonn, raue Stimme, Chöre, Trompete und eine klare Kante gegen Faschos. Oi!Gebroi lassen wenig Platz für falsches Publikum.
Bei einem Song namens "Strohhut-Piraten" werde ich erst einmal misstrauisch. K!NNERS umgehen Mittelaltermarkt-Geschunkel und landen bei eingängigem Rock-Punk mit Haltung.
Mad Dog Dan covern Tony Holiday, singen schief genug und zwingen Burg endlich zu einem Artikel. Genau die richtige Portion Wahnsinn.
Klassischer Punkrock ohne Geigen, Bläser und unnötiges Beiwerk. Schwindelbude liefern schönes simples Geknüppel und erinnern Burg angenehm an die 90er.
Freundliche Mail aus L'Aquila, düsterer Post-Punk im Keller und ordentlich Dreck unter den Fingernägeln. THIS VOLUME JUNK sind nichts zum Kuscheln.
A friendly email from L'Aquila, dark post-punk in the basement, and plenty of dirt under the fingernails. THIS VOLUME JUNK are not here for cuddles.
Pressetext mit Komfortzone. Song mit deutlich weniger Seminarraum im Gesicht. TURBOLENT wollen los und kommen damit leider durch, obwohl Burg sie gern mehr geärgert hätte.
KASSENGIPHT sagen Ja zu Egoismus, Überfluss und Kreuzfahrtbonusprogramm. Burg fällt kurz auf die Satire rein und merkt dann, dass der Spiegel verdächtig unbequem hängt.
Random-Playlist, Feine Sahne Fischfilet, plötzlich Campino. Burgs Weltbild meldet Bluescreen und Randalf zieht sich vor Erschöpfung eine kaputte Jeans über den Kopf.
Face To Face akustisch. Pulley-Spuren im Raum. Und ich sitze da, als hätte mir jemand heimlich Gefühle ins Bier gekippt.
Face To Face, stripped down acoustic. Pulley fingerprints all over it. And somehow I ended up emotionally ambushed by a cover song.
IROKÄSE klingen nicht nach Feinschliff, Kerzenschein und Sitzkreis. "Macht kaputt" ist eher ein alter Punk-Satz, frisch mit Käse überbacken und wieder gegen die Wand geworfen.
Ein bisschen Pop-Punk gefällig? NEVVER liefern mit "Flawed From The Get-Go" Hüpfdrang, Arcade-Nostalgie und genug Herz auf dem Ärmel, um nicht im Zuckerwasser zu ersaufen.
Green Day klingen bei "I'm Never Gonna R.I.P." plötzlich nach Rock'n'Roll, Kassettensalat und altem Jugendkrach. Kein Dookie-Aufguss. Eher ein Haken zur Seite, den ich so nicht erwartet hatte.
NO BRAKES liefern keinen Gewaltfantasie-Soundtrack. "Sag mir wo" ist ein wütender Punkrock-Schlag in Richtung rechter Normalisierung und spielt genau dort mit dem Feuer, wo man sehr genau wissen muss, was man tut.
Hellcat Records zieht wieder Dreck aus der Gosse und RAT BOY machen daraus einen Song, der nach Skatepunk, Pop-Punk und kaputten Knien riecht. "High Life" rollt nach vorne und grinst dabei ziemlich dreckig.
SKID WIZARD klingen nach jungem Ska-Punk mit zu viel Bewegungsdrang. Bläser, Tempo, Rotz und ein Video, das schon nach verschwitztem Hinterhofkonzert riecht.
Halber Sprechgesang, Bläser, Punk und ein Grinsen, das direkt nach Ärger riecht. SMUG liefern mit "BWLer" genau diesen schiefen Quatsch, bei dem man sofort mehr will.
Farin Urlaub denkt an der Supermarktkasse. Ich gähne erst, halte durch und lande am Ende doch bei Jeanne d'Arc, Statistik und einem ziemlich guten Gedanken.
Massenkarambolage werfen dir eine komplett bekloppte Idee vor die Füße. Du verdrehst die Augen. Fünf Sekunden später grinst du trotzdem.
Ein Punk-Liebeslied, das nicht wegläuft, sobald es ernst wird. "Letzter Versuch" balanciert gefährlich nah am Kitsch entlang und fällt trotzdem nicht runter.
Wieder so eine Band, von der ich noch nie gehört habe. Dann läuft "ASSthetics" los und plötzlich liegt der Pfannenwender auf dem Boden.
Was für ein unfassbarer Krach. UNPLUGGED SYSTEM scheppern, rumpeln und brüllen sich durch "Absolut kein Punk", als hätte Feinabstimmung Hausverbot.
Worum geht's? Keine Ahnung. Bin dagegen. Ronny Platte stolpern mit "Dagegen" aus der Legendenkiste und klingen, als hätte ihnen niemand gesagt, dass man nach zwanzig Jahren vielleicht vernünftig werden sollte.
Alarmsignal brüllen "Schnauze voll und Fresse auf!" und ich sitze vor dem Rechner. Zweifelhafte Vorfreude. Leider wird daraus ziemlich schnell verdammte Gänsehaut.
Verdammte Scheiße. Punks, denen man nachts nicht begegnen möchte. Oder eigentlich doch. Wenn sie Bier dabei haben.
Tilli und Bidi können es mal wieder nicht lassen. Erst Band, dann Projekte, dann noch eine EP im Duo. Natürlich mit "Halt die Fresse".
Rauschen, Drum, Gitarre und BÄM! In your Face!
Da sind sie wieder. Diese Pappnasen von Champagner Punx. Allein der Name ist schon eine exorbitant inkommodierende Scheiße.
Manchmal ist es ganz angenehm, wenn nicht alles sofort nach vorne geprügelt wird. Wir leben in einer Zeit, in der alles laut, schnell und am besten gestern schon wieder vergessen sein soll. Da wirkt ein langsam vorgelesenes Hörbuch fast schon wie ein kleiner Gegenangriff.
Da freuen sich die Knalltüten von VIVA PUNK! sicher. Nach zwei Tagen über 1000 Klicks auf dem Video zu „Im Durst“.
Manche Bands wohnen nicht einfach im Plattenregal. Die belagern das Ding. Seit Jahrzehnten.
Direkt als der Song losgeht: Slipknot-Vibes. Nicht komplett, nicht als Kopie, aber dieses erste Gefühl ist da. Hartes Brett.